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Der Leipziger Bewegungskunstpreis geht in diesem Jahr an Marlen Schumann. Die Choreografin erhielt den mit 5.000 Eurodotierten Förderpreis der Leipziger Freien Szene für ihr Tanztheaterstück „Connection Impossible“. Es entstand in Zusammenarbeit mit der mixed-abled Compagnie der VILLA Leipzig.

 

 

Eine Fachjury, bestehend aus fünf Leipziger Kulturexperten und Medienvertretern, kürte die Gewinnerin im Beisein des Leipziger Oberbürgermeisters, Burkhard Jung, während der Festveranstaltung am 6. Juli im LOFFT am Lindenauer Markt. In diesem Jahr hatten sich insgesamt 17 abendfüllende Inszenierungen der darstellenden Künste beworben.

   
 

„Connection Impossible“ (Marlen Schumann & VILLA Leipzig)

 Das Tanztheaterstück der mixed-abled Compagnie der VILLA ist Bewegungstheater im wahrsten Sinne. Marlen Schumann erarbeitet mit Tänzern und Nicht-Tänzern eine ganz eigene Sprache, die dennoch von allen zu verstehen ist. Dabei entsteht eine mysteriöse Zwischenwelt, in der ein weiter Horizont zwischen Humor und Inklusion aufgespannt wird.

 

   
 

In der Jurybegründung zu Gewinnerstück „Connection Impossible“ heißt es:

„Das Tanztheaterstück der mixed-abled Compagnie der VILLA ist Bewegungstheater
im wahrsten Sinne. Marlen Schumann erarbeitet mit Tänzern und Nicht-
Tänzern eine ganz eigene Sprache, die dennoch von allen zu verstehen ist. In
der ernsthaften Arbeit mit verschiedenen Bewegungsqualitäten ihrer grandiosen
Akteure entsteht eine konkrete Form, die eine veritable und einmalige Mischung
aus Tanz, Theater, Slapstick, Soziokultur und Kunst ist. ‚Connection Impossible‘
bewegt sich dabei in einer mysteriösen Zwischenwelt, in der ein unendlich weiter
Horizont zwischen Humor und Inklusion aufgespannt wird. Innerhalb dieses unfassbaren,
assoziativen Raumes entbergen sich wertvolle Miniaturen, die mit
Witz und Ernsthaftigkeit, mit Vorurteil und Reziprozität spielen, an deren Rändern
sich seltsame Unschärfen, produktive Irritationen und Rätsel auftun. Der Theaterabend
offenbart am Ende nichts weniger denn eine Verschiebung im eigenen
Wahrnehmungshorizont von Welt. Und was soll Kunst mehr?“

 

 

 

 

 

Weitere Nominierte für den Leipziger Bewegungskunstpreis 2012

   

 

„Adolf Südknecht – The improvised Alternate-History-Show“ (Susanne Bolf, Claudius Bruns, August Geyler, Armin Zarbock)

 Die halbimprovisierte Historienshow ADOLF SÜDKNECHT fügt sich perfekt ins Setting uriger Kneipengemütlichkeit namens Horns Erben. Und diese schüttelt das Trio aus Armin Zarbock, Susanne Bolf (beide Theaterturbine) und August Geyler (All Inclusive) ordentlich durch. Ein Impro-Gast sorgt pro Inszenierung für Abwechslung. Überzeugend zeigt sich das innovative Format, indem es Lokalgeschichte in Lokallegende findet.

   

 

„Ein neunundzwanzigster Februar“ (Frank Heuel)

 Vier Räume, vier Schauspieler, vier Zuschauer. Die Produktion „Ein neunundzwanzigster Februar“ bespielt das dünne Eis der Intimität, wagt Theater als Zwiegespräch von Angesicht zu Angesicht. Und gewinnt: Als Spiel mit dem Spiel, als Interaktion im Kunst-Wirklichkeits-Vakuum. Originell, poetisch und intim in aller Unaufdringlichkeit.

   

 

„Krankheit der Jugend“ (Elisa Jentsch)

 In einem spartanischen Bühnenbild, in dem jedes Detail Bedeutung trägt, brilliert jeder der sechs jungen Darsteller durch Persönlichkeit und verinnerlicht seine Figur absolut. Die Regie vereint sie in Gruppenspielen und wilden Partyszenen zu einem überzeugenden Ensemble, dass Ferdinand Bruckner sehr ernst nimmt.

   

 

„Regentrude“ (Ulrike Schauer)

 Eine Tänzerin, eine Schauspielerin und eine Sängerin vereinen ihre Mittel gekonnt in einer verspielten Erzählung, die mit starken Bildern agiert. Mühelos wechseln sie die Rollen, verwandeln die Bühne aus Naturmaterialien in einen verzauberten Ort und beziehen auf sensible und authentische Art ihr Publikum ein. Theater, dem sich keine Generation entziehen kann.