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Gesa Volland und Sebastian Weber sind die Preisträger des 3. Leipziger Bewegungskunstpreises. Die Regisseure erhielten die Auszeichnung für das Stück „Homo Hippocampus“, eine von Seepferdchen inspirierte Inszenierung, die auf verschiedenen Erzählebenen wissenschaftliche Beobachtungen vermischt und ihren Ausdruck in der skurrilen Geschichte eines betrogenen Ehemannes findet. Die Produktion feierte im November letzten Jahres auf dem Dresdner Tanzherbst Premiere.

In der Begründung der Jury heißt es: „Wir haben uns für die Inszenierung „Homo Hippocampus“ entschieden, weil uns die Zusammenarbeit verschiedener Leipziger Künstler aller Couleur begeistert hat: Musiker, Tänzer, Schauspieler. „Homo Hippocampus“ ist eine ungewöhnliche und überraschende Produktion aus Tanz, Video und Musik. Die Tänzer Gesa Volland und Sebastian Weber agieren als ausgesprochen eigenwillige Tänzerpersönlichkeiten auf ganz unterschiedlichen Gebieten. Sie tanzen eine mitreißende Choreografie, die ihren Höhepunkt im poetischen Duett mit variantenreichen Hebefiguren findet. Die Stärken und auch die Gegensätze der Darsteller sind so gut eingesetzt, dass sie sich gegenseitig potenzieren. Durch ihre Unterschiedlichkeit haben Sie eine überraschende Choreografie gezeigt, die den Zuschauer zu eigenen Assoziationen anregt.“

   
 

Die Inszenierung

In Homo Hippocampus – dem neuen Multimedia-Tanzstück von Gesa Volland und Sebastian Weber – wird ein getanzter Biologie-Film über Seepferdchen zur Projektionsfläche ganz menschlichen Paarungs- und Revierverhaltens. Gleichzeitig Film, Hörspiel und Tanzstück, verwebt Homo Hippocampus verschiedene Erzählebenen zu einem humorvollen, vielschichtigen Stück Verhaltensforschung.

Fokus der Betrachtung ist zunächst der Habitus vermeintlich wohlbekannter Tierarten, wie der des Seepferdchens (Hippocampus). Die Zuschauer werden feststellen, dass sie eigentlich gar nichts vom herausfordernden Alltag ihrer Lieblingstiere wissen. Hier schafft das Tanzstück Abhilfe, denn es hält sich streng an wissenschaftlich korrekte Erkenntnisse und reicht dem Zuschauer echtes Wissen in getanzter Form dar: Homo Hippocampus beruht auf „wahren Begebenheiten“.

Allerdings vermischen sich die Erzählebenen auf skurrile Weise, so dass man nicht nur von den Eigenheiten der Seepferdchen, sondern auch von den unberechenbaren Konsequenzen des humanen Paarungstriebes erfährt. Im Hinblick auf die Nebenhandlung vom gehörnten Biologen, seinem jungen Assistenten und seiner Ehefrau kann deshalb keine Gewähr für wissenschaftliche Präzision gegeben werden.

(Foto: Yvonne Hentschel)

   
 

Die Preisträger

Gesa Volland wurde am 15.02. 1977 in Bad Oeynhausen geboren und studierte von 1999 bis 2001 Bühnentanz an der Musikhochschule Köln, bevor sie 2002 als Stipendiatin der Bundesregierung an die London Contemporary Dance School wechselte. In London arbeitete sie unter anderem in „Rollercoaster“ von Melanie Crowe, in „Songs“ von Andile Sotiya und in „Living Cost“ von Loyd Newson mit. In Nordrhein-Westfalen und zunehmend in Leipzig realisiert sie erfolgreich Projekte wie „Die Akte Waldhuhn“ oder „alla tedesca“, letzteres in Zusammenarbeit mit dem Choreografen Sebastian Weber.

Sebastian Weber wurde am 07.03. 1972 in Mannheim geboren. International tätig, arbeitet er als zeitgenössischer Steptänzer und Choreograf. Durch intensive Lehrjahre in New York sowie die enge Zusammenarbeit mit Steptanz-Legenden wie Chuck Green und Buster Brown, baute er seine Fähigkeiten kontinuierlich aus. Obwohl er fest in der Tradition des amerikanischen Jazz Tap verwurzelt ist, machte er sich durch experimentierfreudige, oft multimedial angelegte Produktionen wie „The real Mr. Schmidt“ einen Namen. 2006 gründete er die Tanzschule „Tanzerei Flugfisch“.

(Foto: privat)

   

 

Die Preisverleihung

Den mit 5.000 Euro dotierten Preis vergab eine Fachjury aus fünf Leipziger Kulturexperten. Hauptförderer des Leipziger Bewegungskunst e.V. sind Leipziger Rundschau, SachsenSonntag und deren Kunden.

Unterstützt wurde die Preisverleihung außerdem vom Lofft im Theaterhaus am Lindenauer Markt. Besonderer Dank an die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig und deren Fachbereich Medien. Für die Erstellung des Filmmaterials zu allen Bewerberproduktionen und Kooperation danken wir besonders Prof. Dr. Uwe Kulisch, Dekan des Fachbereiches, und Prof. Dr. Bernhard Wutka sowie seinen Studentinnen Susann Daube, Anja Daube, Eva Kohlweyer und Kristin Naumann.